Wenn Sie Fragen an oder Anregungen für uns haben, dann können Sie diese gern an den Fachbereich 1 - Zentrale Dienste und Bürgerservice - , Frau Reichardt unter der Tel.-Nr. 9987030 oder Email Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und den Fachbereich 3 -  Bauen und Umwelt - , Herr Schaar unter der Tel.-Nr. 9987051 oder Email Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! richten.

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Aktueller Stand:

01.06.2016

Die Abbruch- und Entkernungsarbeiten durch die Firma SRG aus Sondershausen sind beendet.

Seit Anfang Mai 2016 ist die Firma LFD Bau & Isolierung aus Bad Dürrenberg mit den Rohbauarbeiten beschäftigt. Dabei werden zunächst im Kellergeschoss die Fundamente unterfangen um eine bessere Nutzung des Kellerbereiches zu erreichen. Weiterhin wird als nächste Maßnahme der unterkellerte Terrassenanbau abgebrochen. Dieser wird komplett neu aufgebaut. Es folgt dann der Rohbau der Bibliothek und die Maurer- und Betonarbeiten im Altbau. Diese müssen geschossweise von unten nach oben erfolgen um die Standsicherheit des Gebäudes zu erhöhen.

Der Auftrag für die Bauwerksabdichtungsarbeiten wurde vergeben an die Firma Hoffmann Bau GmbH aus Haselbachtal. Dabei werden sowohl die Horizontalabdichtung mittels Mauersägeverfahren als auch die Vertikalabdichtung der Außenwände durchgeführt. Diese Arbeiten sollen Ende Juni 2016 beginnen.

Die öffentlichen Ausschreibungen der Gerüstbauarbeiten und der Aufzugsanlage sind erfolgt. Am 24.06.2016 fanden die Submissionen statt. Die Ausschreibung der Aufzugsanlage musste schon jetzt erfolgen, da Vorleistungen im Zusammenhang mit den Rohbauarbeiten notwendig sind.

17.09.2015

Am 14.09.2015 wurde mit den Entkernungsarbeiten im Inneren des Hauses begonnen. Nach Fertigstellung werden die Abbrucharbeiten einiger Anbauten des Hauses folgen.

08.09.2015

Seit dem gestrigen Tag liegt der Stadt die Baugenehmigung für den "Umbau und Sanierung des ehemaligen Käthe-Kollwitz-Heimes zum Rathaus, Neubau eines Anbaus für die Stadtbibliothek" vor. Ausgenommen hiervon sind die Außenanlagen.

28.08.2015

Im Haupt- und Vergabeausschuss am 27.08.2015 wurde die Auftragsvergabe für die Abbruch- und Entkernungsarbeiten beschlossen. Nach Beendigung der notwendigen Arbeiten zur etwaigen Kampfmittelbeseitigung wird mit den Arbeiten begonnen. 

31.07.2015

Der Bewilligungsbescheid für den vorzeitigen Maßnahmebeginn notwendiger Abrissarbeiten liegt der Stadt vor. Zur Zeit läuft hierzu die Ausschreibung, die Vergabe des Auftrages wird voraussichtlich in der Sitzung des Haupt- und Vergabeausschusses am 27.08.2015 beschlossen.

13.04.2015

Antrag auf Genehmigung des Bauvorhabens "Umbau und Sanierung des ehemaligen Käthe-Kollwitz-Heimes zum Rathaus, Neubau eines Anbaus für die Stadtbibliothek" beim Landkreis Saalekreis. Gleichzeitig erfolgt die Beantragung von Fördermitteln und des vorzeitigen Maßnahmebeginns.

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 Eine lange Entscheidung

Mit Darstellung und Übergabe der Unterlagen im Rahmen der Bewertung des Bauzustandes des Verwaltungsgebäudes der Stadt Bad Dürrenberg durch das beauftragte Planungsbüro in der Sitzung des Bauausschusses (BA) am 11.02.2008 und in der Sitzung des Verwaltungsgemeinschaftsausschusses (VGA) am 04.03.2008 wurde offengelegt, in welchem Bauzustand sich das Verwaltungsgebäude der Stadtverwaltung in der Fichtestraße befindet. Im Ergebnis der Bewertung wurde festgehalten:

„In Auswertung der Einschätzung des Bauzustandes und der Überprüfung der Einhaltung sicherheitsrelevanter Anforderungen … wird die Durchführung einer Komplettsanierung zur Erzielung eines Gebäudestandards, der den heutigen Anforderungen eines Büro- und Verwaltungsgebäudes mit einer langfristigen Nutzungsdauer entspricht, aus folgenden Gründen nicht empfohlen. Die vorhandene Gebäudekonstruktion und Bausubstanz ist für eine langfristige Nutzung ungeeignet (Obergeschoss Leichtbaukonstruktion). Die Gewährleistung der Einhaltung aller gültigen Anforderungen, Vorschriften und Toleranzen kann durch die Sanierungsmaßnahme nicht garantiert werden.“[1]

Es wurde durch den Bearbeiter des Planungsbüros eingeschätzt:

„Eine Sanierung des Gebäudes wird aus fachlicher Sicht nicht empfohlen.“[2]

Der VGA kam zu dem Schluss, dass das Stadthaus nicht mehr sanierungsfähig ist und dringender Handlungsbedarf besteht.[3]

Infolge dessen erhielt die Verwaltung den Auftrag, eine weitere Vorgehensweise auszuarbeiten. Als erstes dazu musste die zu diesem Zeitpunkt mit Beschluss des Stadtrates (SR) Nr. 74-10-2000[4] bestehende Beschlusslage aufgehoben werden. Dies wurde mit Beschluss des SR Nr. 182-29-2008 vorgenommen.

 Damit fand zunächst eine jahrelange Vorgeschichte ihr Ende.

Diese begann, als bereits am 27.08.1940 der Bau eines Rathauses auf der Tagesordnung der Bauausschusssitzung stand und die Anwesenden „…sich über die Dringlichkeit eines Rathausbaues einig“ waren und „…mit dem Bau des Rathauses sofort begonnen werden…“[5] sollte.

 Die Gemeinde Bad Dürrenberg erhielt 1946 das Stadtrecht und es ist davon auszugehen, dass ca. zu diesem Zeitpunkt das Haus in der Kurhausstraße 6 zum Rathaus wurde. Bis dahin bildeten die Verbandsgemeinden Bad Dürrenberg, Balditz, Keuschberg, Lennewitz, Ostrau, Porbitz-Poppitz den Zweckverband Bad Dürrenberg mit Sitz der Zweckverbandsverwaltung in der Kurhausstraße 3. Ein Augenzeugenbericht gibt an, dass 1950 die Gemeindeverwaltung Goddula infolge der Eingemeindung nach Bad Dürrenberg aufgegeben und in das bereits bestehende Rathaus Kurhausstraße 6 umgesetzt wurde.

1993/4 musste eine Zwischenlösung für die Verwaltung geschaffen werden, da das Haus in der Kurhausstraße 6 für die Unterbringung der Mitarbeiter für die neuen Aufgaben nicht mehr ausreichte. Auf dem Soleweg-Parkplatz wurde eine Baracke aus Teilen errichtet, die eine Aufstellgenehmigung bis zum 31.12.1995 hatte.

 Zeitgleich wurde durch verschiedene Bewerber die Bebauung des Soleweges vorgestellt. Ein Bewerber hatte in seinem Bebauungsvorschlag als wichtiges Element einen Rathausneubau integriert. Zahlreiche Diskussionen wurden um einen Rathausbau geführt, zumeist in der Richtung, den Bau erst später, nach 2005/2010, vorzunehmen.

Im Mai 1994 wurde die Schließung des Kindergartens Käthe-Kollwitz in die Wege geleitet. Als alternative Nutzung wurde die Nutzung als Verwaltungsgebäude zur Diskussion gestellt. Diese Diskussion endete mit der Feststellung, nicht ausreichend finanzielle Mittel und dazu wichtigere Probleme in der Stadt zu haben. Infolge der Schließung der Kindereinrichtung zum 31.07.1996 wurde das Gebäude rückübertragen.

Im Sommer 1994 gab es ein Anmietungsangebot für die Verwaltung, welches durch den Stadtrat abgelehnt wurde.

Mitte 1995 wurde dann das Verwaltungsgebäude Fichtestraße in die Beratung gebracht. Das Grundstück wurde durch die Verwaltungsgemeinschaft erworben und im November 1995 erfolgte der Umzug. Eine „Übergangslösung für die nächsten 5-10 Jahre“[6]

Im Jahr 2000 beschäftigten sich der Stadtrat wieder mit dem Thema Rathaus. Jetzt stand eine Entscheidung im Rahmen Stadtzentrumsentwicklung und URBAN 21 auf der Tagesordnung. Zur Diskussion standen: 1. ein neues Gebäude im Stadtzentrum oder 2. Um- und Ausbau Borlach- und Witzlebenturm mit Salzamt oder 3. Kauf Käthe-Kollwitz-Heim. Ein Architekt führte dazu Untersuchungen durch. Im Ergebnis wurde das Borlachensemble Borlachturm, Witzlebenturm, Salzamt, ehemalige Gaststätte als Standort für das künftige Rathaus beschlossen.[7]

„Nichts dauert so lange, wie ein Provisorium.“[8] Durch die oben stehenden Ausführungen wird deutlich, dass das Provisorium oder die Übergangslösung beendet werden muss.

Dies wurde im Jahr 2008 erneut in Angriff genommen und die Thematik nun im VGA diskutiert. Am 9.9.2008 wurde dem Kauf des Käthe-Kollwitz-Heimes (K-K-H) zugestimmt.

In der Vorlage 24-XIV-2008 zu diesem Beschluss wurde ausgeführt:

 „Die Lage des Grundstücks im Zentrum von Bad Dürrenberg und an einer Haupterschließungsstraße bietet sich für die künftige Nutzung als Rathaus an. Die Entscheidung darüber, ob Abriss und anschließender Neubau oder die Sanierung des vorhandenen Gebäudes wirtschaftlich sinnvoll und machbar sind, ist nach gewissenhafter Prüfung und Begutachtung noch zu treffen.“

Daraufhin wurde ein Planungsbüro beauftragt, ein bautechnisches Gutachten zum Bauzustand des K-K-H zu erstellen.

 Zwischenzeitlich wurde in die SR-Sitzung am 24.09.2009 ein Beschlussantrag eingebracht, der ein Votum des Stadtrates zu 1. u.a. Vergabe Vorplanung zur Nutzung des Ensembles Borlachturm-Witzlebenturm-Altes Salzamt zur Nutzung als Rathaus oder 2. Erweiterung der Vorplanung zur Nutzung des ehemaligen K-K-H als Rathaus um die Überprüfung anderweitiger Nutzungskonzepte abforderte. Der Antrag wurde mit 2 Ja, 18 Nein und 4 Enthaltungen abgelehnt.[9]                                                      

Das Gutachten des Planungsbüros wurde der Stadtverwaltung am 03.11.2009 übergeben.

Darin heißt es, dass „eine Sanierung des Gebäudes aus technischer Sicht möglich“ aber „auf Grund der erheblichen Bauschäden eine umfangreiche Komplettsanierung, verbunden mit teilweisem Bauteilersatz, und Rückbau notwendig“ ist. „Aus Sicht der funktionellen Nutzung des Gebäudes als zukünftiges Rathaus kann eingeschätzt werden, dass das Gebäude in seiner Gebäudestruktur und Kubatur und den zur Verfügung stehenden Nutzflächen für die geplante Nutzung geeignet ist.“[10]

Das Gutachten weist eine Sanierungssumme in Höhe von 5,4 Mio. Euro (brutto, ohne Ausstattung und ohne Bibliothek) aus.

Neben der Sanierungssumme ist auch die Aufbringung der finanziellen Mittel für die Betreibung von hoher Wichtigkeit. Aus diesem Grund wurde eine Firma mit einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zu Umbau und Sanierung und der folgenden Bewirtschaftung beauftragt, die im Juni 2011 vorlag. In dieser Betrachtung wurde die konventionelle Finanzierung einer PPP-Finanzierung gegenüber gestellt.

Die Investitionssumme kann die Stadt allein nicht aufbringen, so dass nach tragfähigen Finanzierungsmöglichkeiten gesucht werden musste. Zunächst wurde aber aufgrund des defizitären Haushaltes zu dieser Zeit die Kommunalaufsicht des Landkreises (KAB) eingebunden. Ihr wurden die Vorplanung und die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vorgelegt mit der Bitte um Prüfung der Genehmigungsfähigkeit einer etwaigen Kreditaufnahme. Die KAB merkte an, dass eine positive Aussage erst dann möglich ist, wenn ein Vergleich zwischen einem Neubau und der beabsichtigten Sanierung vorgenommen wird und feststeht, welches ein wirtschaftlicheres Ergebnis aufweist.

Das Planungsbüro untersuchte daraufhin einen Neubau auf dem schon einmal in Betracht gezogenen Grundstück Soleweg. Sie kam zu dem Ergebnis, dass für den Neubau auf der Basis eines gleichen Raumplanes und Bücherei 6,2 Mio. Euro ohne Ausstattung investiert werden müssen, wobei eine wesentliche Kostenerhöhung (ca. 500 T Euro) infolge des Standortes Soleweg – ehemals Solebecken – und der damit verbundenen Entsorgung des Aushubs entsteht.

Im Weiteren war ebenfalls beachtlich, dass der Parkplatz Soleweg als solcher bewirtschaftet wird und zum einen Einnahmen jährlich in Höhe von ca. 10 T Euro bringt[11], zum anderen aber auch die Stellmöglichkeit für Bürger und Besucher sowie für Rummel und Gewerbetreibende darstellt. Bei Nutzung dieses Grundstücks zum Rathausbau würde der Platz zunächst ersatzlos wegfallen.

Auch war in diese Betrachtung einzubeziehen, dass bei einem Neubau eine Nutzung für das K-K-H und das Stadthaus gefunden werden muss. Ein Kaufangebot des K-K-H war zurückgezogen worden, weitere Aktivitäten waren nicht bekannt. Das Stadthaus könnte in seiner unteren Etage weiter genutzt werden, die beiden Obergeschosse müssten abgetragen werden. Eine Nutzung wäre für Vereine denkbar, ebenso wie die Nutzung für die Parteien. Jedoch würde dies einen weiteren erhöhten Aufwand für die Stadt darstellen, so dass das Grundstück und Gebäude veräußert werden sollte.

Im Ergebnis der Prüfungen unterbreitete die Verwaltung dem HA am 29.11.2012 den Beschlussvorschlag:

„Der Stadtrat beschließt die Sanierung und den Ausbau des Käthe-Kollwitz-Heimes zum Rathaus der Stadt Bad Dürrenberg.“[12]

Das Käthe-Kollwitz-Heim, „das ehemalige repräsentative Kurhaus des Solebades Bad Dürrenberg, ein geschichtsträchtiges und stadtbildprägendes Gebäude mit historischem Bezug zum Salineareal“, weist „für die geplante Nutzung als Rathaus eine optimale zentrale Lage mit großzügigen Außenanlagen“ in Parkform auf. „Eine Erhaltung bzw. Wiederherstellung des Gebäudes, zumindest in der wesentlichen Erscheinungsform“[13] ist erstrebenswert.

 In den vielen Jahren haben sich viele Stadträte und ehemalige Räte geäußert, z.B. wie folgt:

• … wird für das K-K-Haus plädiert, weil es günstig als Standort ist, günstig erreichbar und etwas darstellt.

• … die Lage ist repräsentativer und bürgerfreundlicher … (ggü. Borlachensemble)

• …, dass Bad Dürrenberg sich ein Kulturdenkmal erhalten sollte. … K-K-H sollte unter dem Aspekt Salinegelände gesehen werden.

• … vom Stadtzentrum ist eine gute Erreichbarkeit gegeben, ebenfalls mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Weiterhin muss der Aspekt gesehen werden, dass es sich um unser Eigentum handelt, was nur geschützt werden kann, wenn es auch genutzt wird.[14]

 Dem schloss sich die Verwaltung an.

Hinzu kam, dass ein Förderprogramm im Rahmen der Städtebauförderung 2012 aufgelegt wurde, durch welches eine „Sanierung und bedarfsorientierter Umbau leer stehender Gebäude“[15], also dieses Hauses, durchgeführt werden kann. Für das Förderprogramm „Förderung von kleinen Städten und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“ musste bis zum 31.01.2013 ein Antrag gestellt werden. Die Förderung kann bis zu 2/3 der Investitionssumme betragen.

Die Aufnahme in ein Förderprogramm gekoppelt mit einem Kommunalkredit stellt eine Möglichkeit der Finanzierung dar, die favorisiert wurde.

 

 


[1] Aus „Bewertung des Bauzustandes – Auftrags-Nr. 035/2007“ der Plingel GmbH Leuna, S. 29

[2] Protokoll Bauausschuss vom 11.02.2008, S. 4; Protokoll VGA vom 04.03.2008, S. 4

[3] Protokoll VGA vom 04.03.2008, S. 4

[4] „Der Standort für das künftige Rathaus wird das Borlachensemble, Borlachturm, Witzlebenturm, Salzamt, ehemalige Gaststätte sein. Abstimmung: 23 Ja-Stimmen“, Protokoll Stadtrat vom 16.11.2000, S. 9

[5] Abschrift des Protokolls Bauausschuss vom 27.08.1940, S. 1

[6] Protokoll der gemeinsamen Sitzung des HA und BA am 26.10.1995, S. 4

[7] Protokoll Stadtrat vom 16.11.2000, S. 9

[8] Französisches Sprichwort

[9] Protokoll SR vom 24.09.2009, S. 14

[10] Bautechnisches Gutachten 018/09, S. 40

[11] Parkgebühren, Miete für LKW, Standgebühren Gewerbe und Rummel

[12] HA BV 60/2012

[13] Bautechnisches Gutachten 018/09, S. 40

[14] Protokoll Stadtrat vom 16.11.2000, S. 9

[15] Broschüre zum Förderprogramm, S. 37

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